Stahl mit Hilfe von Wasserstoff klimaneutral herstellen – das plant thyssenkrupp Steel in seinem Projekt „tkH2Steel“. Dazu baut das Unternehmen in Duisburg eine wasserstoffbetriebene Direktreduktionsanlage mit speziell entwickeltem Einschmelzer. Anlagen dieser Art sollen zukünftig Hochöfen ersetzen. Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat beschlossen, das Vorhaben mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag zu fördern.

Der Vorstand der thyssenkrupp AG hatte zuvor den Eigenmittelanteil für das Projekt „tkH2Steel“ unter Vorbehalt einer öffentlichen Förderung freigegeben. Die Landesregierung hat sich mit einem Kabinettsbeschluss hinter das Vorhaben gestellt. Die Mittelbereitstellung steht noch unter Vorbehalt des Haushaltsgesetzgebers und der beihilferechtlichen Genehmigung der EU-Kommission.

Direktreduktionsanlage vs. Hochofen

Bislang wird Stahl meist mit kohlebetriebenen Hochöfen hergestellt. Durch dieses Verfahren entstehen jedoch große Mengen CO2. In Direktreduktionsanlagen hingegen wird Wasserstoff eingesetzt. Wird grüner Wasserstoff genutzt, ist die Stahlproduktion klimaneutral – ein großer Schritt bei der Dekarbonisierung der Industrie.

Der Wasserstoff reagiert in einer Direktreduktionsanlage mit Eisenoxid, das im Rohstoff Eisenerz enthalten ist. Dadurch entstehen Eisen und Wasserdampf. Anders als in Hochöfen ist das erste Produkt der Direktreduktion kein flüssiges Roheisen, sondern ein festes, poröses, schwammartiges Material – der sogenannte Eisenschwamm. Dieser wird in einem zweiten Schritt eingeschmolzen. Das soll in neu entwickelten, strombetriebenen Einschmelzaggregaten geschehen. Das so entstandene flüssige Produkt kann in bestehende Prozesse eingegliedert und wie bisher zu Stahlgütern weiterverarbeitet werden.

Pro Jahr 3,5 Millionen Tonnen CO2 vermeiden

Die Projektbeteiligten erforschen im Rahmen von „tkH2Steel“ unter anderem, wie der Wasserstoff optimal in die Direktreduktionsanlage eingeblasen werden muss, damit er besonders wirksam mit dem Eisenoxid reagieren kann. Die geplante Direktreduktionsanlage kann 2,5 Millionen Tonnen direkt reduziertes Eisen pro Jahr erzeugen und damit etwa 3,5 Millionen Tonnen CO2 vermeiden. Sie soll 2026 in Betrieb gehen.

Mitteilung des MWIKE

Meldung des MWIKE zur Unterstützung des Projektes „tkH2Steel“

zur Meldung

Pressemitteilung von thyssenkrupp Steel

„Bau der größten deutschen Direktreduktionsanlage für CO2-armen Stahl entschieden“

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Projekt „tkH2Steel“

Informationen zu „tkH2Steel“ und weiteren Projekten

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