Mit dem Projekt H2Stahl ist am größten europäischen Stahlstandort in Duisburg ein Reallabor der Energiewende gestartet. Der Bund fördert das Vorhaben der Projektpartner von Thyssenkrupp Steel Europe, Air Liquide Deutschland und dem VDEh-Betriebsforschungsinstitut mit rund 37 Millionen Euro. Die nordrhein-westfälische Landesregierung unterstützt das zugehörige Teilprojekt ProBF mit weiteren 5,3 Millionen Euro. Die Aktivitäten des Reallabors greifen auf Erkenntnisse des Vorgängerprojekts H2BF zurück, das ebenfalls von der Landesregierung mit Fördermitteln unterstützt wurde. Mehr zum Projekt H2BF

© MWIDE NRW
Wirtschafts- und Energieminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart zu Besuch am Standort der thyssenkrupp Steel in Duisburg.

Im Rahmen von H2Stahl erproben die Forschenden innerhalb der nächsten fünf Jahre, wie der Umstieg auf klimafreundliche Technologien in der Stahlproduktion gelingen kann. Der Schlüssel dazu liegt im Wasserstoff. Im Rahmen des Vorhabens wird unter anderem der Einsatz von Wasserstoff als Reduktionsmittel in der Primärstahlerzeugung erforscht. Statt wie bisher ausschließlich Kohlestaub wird in einen der Hochöfen teilweise Wasserstoff eingeblasen, was bereits eine deutliche Reduzierung der CO2-Emissionen ermöglicht. Das Projektteam untersucht im laufenden Betrieb, wie der Prozess weiter optimiert und Kohle und Wasserstoff bestmöglich gemeinsam genutzt werden können. Sukzessive soll das Verfahren dann auf die anderen Hochöfen ausgeweitet werden.

Allerdings stellt dies nur einen Zwischenschritt auf dem Weg zum klimaneutralen Stahl dar. Um die politisch beschlossenen Klimaschutzziele erreichen zu können, bedarf es einer grundsätzlichen Transformation der Stahlproduktion. Das Projektteam erforscht hierzu eine vielversprechende Technologie, mit der langfristig die CO2-Emissionen noch weiter gesenkt werden können: die sogenannte Direktreduktion. Diese Anlagen werden mit Gas betrieben. Kommt hierbei grüner Wasserstoff zum Einsatz, entstehen keinerlei klimaschädliche Emissionen.

Um eine ausreichende Versorgung mit Wasserstoff gewährleisten zu können, soll das Duisburger Werk an eine eigens gebaute Wasserstoff-Pipeline angeschlossen werden. H2Stahl bildet damit einen wichtigen Meilenstein beim erforderlichen Aufbau einer starken Wasserstoff-Infrastruktur. Das Vorhaben birgt großes Potential, die Entwicklung einer starken Wasserstoffwirtschaft in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus voranzutreiben – und damit die Grundlage für nachhaltige und moderne Wertschöpfung und zukunftsfähige Arbeitsplätze in der Industrie zu schaffen.

Pressemitteilung des MWIDE

Pressemeldung des MWIDE zum Start des Reallabors der Energiewende H2Stahl in Duisburg.

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