Die im November 2020 veröffentlichte Wasserstoff Roadmap für Nordrhein-Westfalen zeigt die Strategien und Ziele der Landesregierung auf, mit denen Nordrhein-Westfalen zum Vorreiter einer zukunftsweisenden Wasserstoffwirtschaft werden soll. Die wirtschaftlichen Potentiale und Marktchancen, die mit der Zukunftstechnologie einhergehen, sind enorm. Als innovativer Wirtschafts- und Industriestandort kann Nordrhein-Westfalen diese Entwicklung vorantreiben und den Markthochlauf des kleinen Moleküls beschleunigen. Die Entwicklung und Produktion praxistauglicher Wasserstofftechnologien eröffnet vielversprechende Möglichkeiten zum Erhalt und Ausbau zukunftsfähiger Arbeitsplätze und nachhaltiger Wertschöpfung.

Allerdings sind noch viele Fragen offen, wenn es um den effektiven Einsatz der Zukunftstechnologie geht. Auch wenn viele Technologien bereits vorhanden und erprobt sind, besteht in zahlreichen Bereichen noch Optimierungspotential. Die nordrhein-westfälische Forschungs- und Industrielandschaft hat sich beim Thema Wasserstoff schon auf einen guten Weg gemacht und kann bereits auf wichtige Erfolge blicken.

Von den erreichten Fortschritten in Wirtschaft und Forschung sowie im Rahmen von Projektumsetzungen oder in Kommunen hat sich Wirtschafts- und Energieminister Dr. Andreas Pinkwart am 31. März 2021 selbst ein Bild verschafft. Auf einer Wasserstoffreise quer durch Nordrhein-Westfalen hat der Minister spannende Vorzeigebeispiele zu verschiedenen Themenschwerpunkten besucht.

Projekt HECTOR in Dormagen

Internationalen Wasserstoffhandel fördern

Der erste Stopp der Wasserstoffreise führte den Wirtschaft- und Energieminister in den Chempark nach Dormagen, wo die weltgrößte Anlage zur Speicherung von grünem Wasserstoff in flüssigen organischen Trägerölen (Liquid Organic Hydrogen Carrier, LOHC) entstehen soll. Das Projekt HECTOR stellt eines der zentralen Elemente zur Umsetzung der Wasserstoff Roadmap dar. Die innovative Technologie ermöglicht die sichere und effiziente Speicherung und Übertragung von Wasserstoff. Damit geht die Chance einher, am internationalen Markt mit großen Mengen des Moleküls handeln zu können.

Anwenderzentrum H2Herten

Gebündelte Kompetenz in der Wasserstoff-Nutzung

Das Gelände der ehemaligen Zeche Ewald in Herten bildete den zweiten Stopp der Wasserstoffreise. In den vergangenen Jahren haben dort Unternehmen aus dem Bereich der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie eine Spielwiese gefunden, um die konkrete Anwendung ihrer Technologien auszutesten. Von der Produktion über die Speicherung bis hin zum Transport arbeiten zahlreiche Firmen dort an der Entwicklung praxistauglicher Lösungen. Unter anderem sind auf dem Gelände zwei Produktionsanlagen in Betrieb, die Windstrom zur Herstellung von Wasserstoff nutzen.

Firma Anleg in Wesel

Mit Wasserstoff zur Mobilität der Zukunft

Die nächste Station der Tour durch Nordrhein-Westfalen führte nach Wesel zur Firma Anleg. Dort wird zu vielfältigen Aspekten rund um das Thema Wasserstoff in der Mobilität gearbeitet. Neben der Entwicklung stationärer und mobiler H2-Tankstellen gehören auch die Produktion von dezentralen Elektrolyseure und Wasserstoff-Speichern zu den Kompetenzen der Firma. Aktuell ist Anleg an dem Projekt „RH2INE“ beteiligt, das sich H2-Brennstoffzellensystemen und der Wasserstoffversorgung von Rheinschiffen widmet.

Zentrum für BrennstoffzellenTechnik in Duisburg

Exzellente Forschung für den Wasserstoff

Nach dem Besuch in Wesel ging es weiter an das Zentrum für BrennstoffzellenTechnik (ZBT) in Duisburg. Mehr als 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler widmen sich dort drängenden Fragen rund um die Zukunftstechnologie. Im Fokus stehen dabei die Optimierung der großtechnischen Elektrolyse sowie die Entwicklung Wasserstoff-betriebener Fahrzeuge samt zugehöriger Infrastruktur. Aktuell bewirbt sich das ZBT als federführender Partner eines nordrhein-westfälischen Konsortiums um den vom Bundesverkehrsministerium ausgeschriebenen Standort für ein deutsches Technologie- und Innovationszentrum Wasserstofftechnologien und wird darin von der Landesregierung unterstützt.

Wasserstoff-Modellregion Wuppertal

Aus Müll wird Mobilität

Zum Abschluss führte die Wasserstoffreise den Wirtschafts- und Energieminister nach Wuppertal. Die Stadt ist seit 2020 eine Wasserstoff-Modellregion mit einem starken Fokus auf dem Verkehrsbereich. Klimafreundliche Wasserstofftechnologien sollen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen in der Mobilität beitragen. Aktuell gehören bereits zehn Brennstoffzellenbusse zum Fuhrpark der Wuppertaler Stadtwerke, in 2021 sollen zehn weitere folgen. Der benötige Wasserstoff wird direkt vor Ort produziert: im Mühlheizkraftwerk der Abfallwirtschaftsgesellschaft Wuppertal wird das Molekül mittels Elektrolyse hergestellt.

Pressemitteilung des MWIDE zur Wasserstoffreise

„Nordrhein-Westfalen treibt Aufbau der Wasserstoffwirtschaft voran – Ministerreise zu Leuchtturmprojekten“

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